Grundschule Koblenz Rübenach
Auftraggeber: Förderverein der Grundschule Rübenach e. V., Dr. Brigitta Goldschmitt, Keltenstr. 75, 56072 Koblenz
Planung und Umgestaltung: , Stadt + Natur Klingenmünster
Homepage der Schule: www.gs-ruebenach.bildung-rp.de/schulprojekt.htm

Fotoreihe: Schulgelände vor der Umgestaltung
Projektbeschreibung:
Bestand:
Das Außengelände bestand vor der Umgestaltung aus einer eintönige Asphaltfläche und ungenutzten Grünflächen. Außerhalb des eingentlichen Schulhofes befinden sich im Süden, Osten und Westen großzügige Rasenflächen mit ca. 40 Jahre altem Baumbestand. Dieser Bereich wird jedoch wenig genutzt, da sich dort auch keinerlei Angebote für Pausenspiel und -aufenthalt befinden. Bereits heute wird der Schulhof auch in der schulfreien Zeit von Kindern und Jugendlichen genutzt. Nachmittags ist der Schulhof und der angrenzende Spielplatz Treffpunkt von Müttern/Vätern und Kindern. Die Attraktivität des Schulgeländes als innerdörflicher Generationen übergreifender Treffpunkt soll durch die Um-gestaltung noch verstärkt werden. Beeinträchtigungen durch die abendliche Nutzung als Treffpunkt für Jugendliche (Lärm, Müll), die über das derzeitige Maß hinaus gehen, sind aufgrund der stabilen sozialen Struktur in Rübenach eher nicht zu erwarten.
Planung:
Im Mittelpunkt sollte eine Raumgliederung nach den Bedürfnissen der Kinder sowie eine naturnahe, kindgerechte Gestaltung stehen. Der Schulhof soll den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder mit verschiedenen Bewegungsanreizen, Rückzugsmöglichkeiten und Gelegenheiten zum Naturerlebnis gerecht werden.
Auch in der Freizeit soll das Außengelände den Kindern zum Spielen zur Verfügung stehen. [...mehr]
Folgende Angebote bietet der Schulhof heute:
· Baumstämme-Mikado
· Seillandschaft
· Kletterwand
· Rufanlage
· Grünes Klassenzimmer (Atrium)
· Balancierstrecke aus Eichenstämmen und großen Basaltfindlingen
· Sitz- und Balancierschlange
· große Pflanzflächen
Innenhof:
· Fußerfahrungsweg
· Pergola mit Sitzmöglichkeit
· Wasserbecken mit Sitzauflagen
· Tastwand
Schulgartenbereich
· Hochbeete
· Kräuterspirale
· Sitzkreis
· Obststräucher und -bäume
· Zisterne mit Schwengelpumpe sind noch geplant
· Zaun um den Gartenbereich
Fotoreihe: Bauaktion
Poster 1. Bauaktion
Beobachtungen nach der Umgestaltung
Seit Juni 2009 gehe ich jeden Tag auf dem Weg zum Kindergarten zur Pausenzeit an der Schule vorbei und kann beobachten, wie das neue Außengelände von den Kindern angenommen wird. Zur Grundschulzeit meiner Tochter war der Schulhof noch in seinem alten Zustand. Die Kinder hatten damals nur den ebenen, asphaltierten Schulhof als Pausenhof. Wenn ich den alten und den neuen Zustand vergleiche, kann ich nur sagen: Durch die Umgestaltung hat sich die Pausensituation für die Kinder um Klassen verbessert!Erstens haben sie durch die Erweiterung auf die angrenzenden Grünflächen einfach mehr Platz. Zweitens sieht man bei fast jedem Wetter die Kinder klettern, springen, balancieren, hangeln und toben - Bewegungsabläufe, die vorher gar nicht möglich waren. Alle gebauten Spielgeräte werden bewegungsintensiv und vor allem auch sozial genutzt. Da werden Fangspiele über die Balancierstämme veranstaltet, um die Wette über die Steine gesprungen, mit bis zu 10 Leuten das dicke Seil der Seilkletteranlage in Schwingung versetzt u. v. m. Außerdem sieht man immer wieder Kinder, die sich mit den Naturmaterialien der Spielelemente auseinandersetzten. Neulich sah ich z. B. einen Jungen, der ganz konzentriert die Rinde eines kleinen Zweiges an der Kante eines der Basalt-Findlinge abrieb. Viel Spaß macht den Kindern wohl offensichtlich auch das Abknibbeln der Rinde von den Eichenstämmen - und das Beobachten dessen, was darunter zum Vorschein kommt.Aus meiner Sicht wird das neue Außengelände den Bedürfnissen der Kinder viel eher gerecht als das alte - vor allem angesichts der hohen Bedeutung, die die Pausen für die Kinder spielen. Denn sujektiv empfinden sie ja meist eher der Unterricht als Unterbrechung der für sie viel wichtigeren Lebenssituation, nämlich des bewegten und kommunikativen Spielens in der von den Erwachsenen so genannten "Pause".Noch viel mehr allerdings könnte die hohe Attraktivität des Außengeländes für die Kinder dafür "ausgenutzt" werden, den Unterricht dorthin zu verlegen. Die Kinder gehen ja jetzt viel lieber raus als vorher. Und der Innenhof, das Grüne Klassenzimmer und der Schulgarten bieten nunmehr ideale Voraussetzungen für die Nutzung als Lernorte. Aber auch die Lehrerinnen brauchen wahrscheinlich einige Zeit, um Ideen zu entwickeln, wie sie die Potenziale dieser Lernorte ausschöpfen können, und um sich daran zu gewöhnen, sie ebenso selbstverständlich in ihre Unterrichtsplanung einzubinden wie den Klassenraum oder die Turnhalle.
Beste Grüße aus Koblenz,
Birgitta





















