Großsteinhausen
Projekt: Umgestaltung des Kindergartenaußengeländes der Kommunalen Kita
Auftraggeber: Ortsgemeinde Großsteinhausen
Planung/Realisierung: von 2007 bis 2009
Projektbeschreibung: siehe unten
Anfang der Neunziger Jahre wurde der kommunale Kindergarten Großsteinhausen eröffnet und das Außengelände mit einem Mehrfunktionsspielgerät im Außenbereich ausgestattet. Im Jahr 2006 war das Gerät so marode, daß es abgebaut werden mußte. Nach dem Abbau blieb ein großflächige Sandfläche zurück. Durch die Ausrichtung der Einrichtung als Bewegungskindergarten ist im Team der Wunsch nach einem naturnahen Außengelände entstanden.
Vor dem Umbau:
Im Nordwesten schließt das Außengelände des Kindergartens an den Innenhof der örtlichen Feuerwehr an und wird in diesem Bereich durch einen Holzzaun abgegrenzt. Das Kindergartengebäude liegt im Norden, an der Hauptstraße. Der Eingangbereich liegt hier ca. 0,70-1,00m höher als das angrenzende Außengelände, weshalb die Erschließung über eine Treppe erfolgt. Der Rest des Geländes ist durch eine umlaufende, ca. 1,00m hohe Sandsteinmauer eingegrenzt. Als einziges Spielgerät befindet sich derzeit eine Schaukel im Nordwesten des Geländes. Im Bereich der Sandfläche wurde ein bereits defektes Spielgerät entfernt. Als naturnahe Elemente wurden schon vor mehreren Jahren ein Weidentipi sowie ein Weidenlaubengang gebaut. Außerdem befinden sich einige lose Materialien, wie z.B. Baumwurzeln und Baumscheiben im Gelände, die den Kindern für verschiedene „Baustellen“ zum Spielen zur Verfügung stehen. Im Südwesten des Außengeländes befindet sich zusätzlich noch ein Gerätehaus in dem verschiedene andere Materialien, wie Bretter und Ziegelsteine gelagert sind, die ebenfalls den Kindern zur Verfügung gestellt werden. Einige Kleinsträucher und Stauden im Gartenbereich sowie drei große Einzelbäume im Süden des Geländes bilden die einzige Vegetation im Gelände.
Realisierung:
Die Umsetzung der Planung erfolgte in 5 samstäglichen Bauaktionen sowie darüber hinaus einigen Vorarbeiten im Laufe der Woche. Arbeitsbeginn war im Juli 2008 und die letzte und 5. Aktion wurde im Mai 2009 durchgeführt. Bei den Bauaktionen waren jeweils zwischen 15 und 25 Helfern anwesend - ein bemerkenswerte Zahl bei einer Zahl von nur 40 Kindern. Die Unterstützung in der Ortsgemeinde war beispielhaft, so waren regelmäßig zwischen 4 und 8 Jugendliche bei den Arbeiten beteiligt und leisteten besonders beim Bau des Baumhauses wertvolle Hilfe. Auch andere Bürger ohne direkten Bezug zum Kindergarten waren bei den Einsätzen vertreten. Die Einweihung des Geländes erfolgte im Juni 2009 mit einem großen Fest für alle Helfer und Beteiligte.
Nach der Umgestaltung:
Im Rahmen der Umgestaltung wurde die vorhandene Schaukel an einen neuen Standort in die nördliche Ecke des Geländes versetzt. Somit wurde der Zugang zum Innenhof der Feuerwehr frei und kann als Zufahrt für Pflegemaßnahmen genutzt werden. Für den neuen Schaukelstandort musste ein Teil des vorhandenen Gartenbereichs entfernt werden. Das Gerätehaus wird im Norden direkt am Feuerwehrgebäude neu platziert. Im Zentrum des Geländes entstand eine relativ große Aufhügelung mit zahlreichen verschiedenen Angebote: Zwei vorhandene Hangrutschen mit Findlingsaufgang, eine Kletterschräge und eine Knüppelstufenanlage. Um auch das Element Wasser für die Kinder erlebbar zu machen, wurde dort außerdem eine Schwengelpumpe eingebaut, mit deren Hilfe die Kinder Wasser aus einer Zisterne herauf pumpen können. Über einen Bachlauf fließt das Wasser in einen Sand-Matschbereich und steht den Kindern dort zum Spielen zur Verfügung. Eine Höhle aus Betonringen dient den Kindern als Rückzugsraum und Versteck. Die Kletterstämme im östlichen Teil des Hügels und die Balancierstrecke südlich des Hügels sind reizvolle Angebote zum Balancieren und Klettern. Das vorhandene Weidentipi wird aus Platzgründen entfernt, der Weidentunnel bleibt jedoch bestehen und wird in die Planung integriert. Im Anschluss an den Hügel wurde im Südosten eine Seillandschaft in die vorhandenen Bäume integriert. Diese besteht aus einem Balancier- und Hangelseil, einem Girlandenhangelseil und einem senkrechtes Kletternetz. Als weiteres Bewegungsangebot wurde in diesem Bereich auch eine Reckanlage eingebaut. Die vorhandenen Bäume wurden erhalten und durch zusätzliche Strauchpflanzungen ergänzt. Eine Rufanlage, die das Gelände vernetzt, ermöglicht den Kindern eine Kommunikation, ohne sich dabei zu sehen. Neben dem Feuerwehrhaus ist in der großen Linde ein Baumhaus in Eigenleistung entstanden.
Hintergründe und Zielsetzungen:
Die gezielt ausgewählte Kombination der naturnah gestalteten Spielelemente bietet eine ausgewogene Vielfalt an Bewegungs- und Spielmöglichkeiten. Auf diese Weise fördern die Kinder ihre Motorik und lernen auf spielerische Weise die Vorzüge einer natürlichen Umgebung kennen. Unterstrichen wird das Bild einer solchen naturnahen Umgebung durch die Verwendung von natürlichen Materialien wie den Kletterstämmen oder die Einfassung verschiedener Bereiche durch Findlinge. Als Spielelemente werden unter anderem zwei vorhandene Rutschen mit verschiedenen Aufgängen, sowie eine Balancierstrecke, Kletterstämme und eine Seillandschaft integriert. Beim Rutschen und Beklettern der Aufgänge im Hügelbereich und beim Balancieren können die Kinder neben ihrer Motorik das Gefühl für ihren Körper und für das Gleichgewicht fördern. Der Sand- und Matschbereich ermöglicht ein kreatives Spielen in Form von Modellieren und „Bauen“. Die geplanten Strauchpflanzungen, bieten für die Kinder hervorragende Erlebnis- und Erfahrungsmöglichkeiten.





























