Grundschule Heßheim
Auftraggeber: Verbandsgemeinde Heßheim
Planung und Realisierung: von 2005 bis 2008
Homepage der Gemeinde: www.grundschule-hessheim.de.de
Projektbeschreibung:
Bestand:
Der Schulhof der Grundschule Hessheim war vor der Umgestaltung eine asphaltierte monotone Fläche, die in 4 Hochbeeten drei großen Laubbäume aufwies. Bis auf einige aufgemalte Hüpfspiele gab es keinerlei Spielangebote im Schulhof. Auf dem Asphalt waren die Wege für die Verkehrserziehung aufgezeichnet. Das Außengelände war wenig strukturiert und bot kaum Spiel-, Sitz- und Aufenthaltsangebote. Ein weiterer, in den Pausen bisher ungenutzter Aufenthaltsraum, war die Freifläche neben der Laufbahn und Weitsprunggrube im Bereich neben der Turnhalle

Planung:
Eine große Hürde für eine kindergerechte Umgestaltung des Schulhofes stellten die Flächen der Verkehrsertiehung dar. Nach mehreren Gesprächen mit den Beteiligten gelang es, die Verkehrserziehungsfläche außerhalb des Schulgeländes auf einem benachbarten Parkplatz unterzubringen. Somit war der Weg frei für eine intensive Gestaltung des direkten Schulhofes mit zahlreichen Bewegungsangeboten. Der Raum unter den Bäumen wurde komplett entsiegelt und als große zusammenhängende Mulchfläche angelegt. Zwischen den Bäumen wurde ein Niedrigseilgarten mit senkrechtem Kletternetz, Indiohängematte, Girlandenhangelseil, Tarzanweg, Dreiecksnetz, Balancier- und Hangelseil und einer waagrechten Strickleiter angelegt. Darüber hinaus wurde eine Balancierstrecke als weiteres Bewegungsangebot in die Fläche integriert. Ein Baumhaus an einem der Bäume dient in dem intensiv bespielten Bereich als Rückzugsort. Die ca. 200 m² große Mulchfläche wurde ca. 30 cm erhöht angelegt. Sie dient gleichzeitig als Fallschutz unter den Bewegungsangeboten und der Standortverbesserung der vorhandenen raumbildeenden Großbäume. Ein Teil der Asphaltfläche wurde als Bewegungsraum zum Laufen und Rennen erhalten. Auf der anderen Seite des umbauten Schulhofs wurde an eine vorhandene Begrenzungsmauer eine Kletterwand mit Überkletterungsschutz vorgebaut. Als Abgrenzung des Fallschutzes dient eine selbst gebaute Sitz- und Balancierschlange, welche aus den übrigen Pflastersteine gestalltet wurde. Die Oberflächer der Schlange wurde in einem Kunstprojekt mit den Schülern farblich angelegt. Das vor der Umgestaltung lediglich zum Sport genutzte Freigelände neben der Turnhalle wurde um einen großen Hügel erweitert und neue Bäume und Sträucher gepflanzt. Die Bäume schaffen schattige Bereiche. Neue Strauchpflanzungen bieten Rückzugsräume, Versteckmöglichkeiten und Nischen. In den Hügel wurde ein zweistufiges Atrium aus Sandsteinen integriert, das als Tribüne Treffpunkt oder auch als "grünes Klassenzimmer" genutzt wird. Ein Knüppelstufenaufgang führt auf den Hügel in einen kleinen Sitzbereich. Unter der vorhandenen Linde entstand mit Hilfe von Sitzstämmen ein schattiger Sitzplatz.

Realisierung:
Die Planung und Umsetzung des Projektes erfolgte unter Einbindung der Schüler, Lehrer und Eltern der Schulkinder. Gemeinsam mit Schülern, Lehrern und der Elternschaft wurde in 5 samstäglichen Bauaktionen die Umgestaltung des Außengeländes realisiert. Bis auf das Atrium wurde alle Spielelemente sowie die Entsiegelung des Schulhofs unter fachkundiger Anleitung der Landschaftsarchitektin in Eigenleistung durchgeführt. Durch den großen Anteil der Eigenleistung konnten die tatsächlichen Kosten der Umgestaltung auf unter 50 % der geplanten Kosten reduziert werden.




