Naturnaher Spielplatz in Mainz-Mombach

Projektdaten

Eine Chance wird genutzt

Naturnaher Spielplatz in Mainz-Mombach

Situation

Noch vor einigen Jahren gab es ganz in der Nähe des geplanten Naturspielraums im Mainzer Stadtteil Mombach einen großen, herkömmlich gestalteten Spielplatz. Im Zuge einer immer dichter werdenden Wohnbebauung verschwand die Fläche unter einem Wohnblock und mit ihr alle Angebote für Kinder und Jugendliche zum Spielen im Freien. Das führte zu dauernden Konflikten zwischen den dort wohnenden Kindern und ihren Familien mit dem anderen Anwohnern. In unmittelbarer Nähe des Wohnblocks lagt eine rund 4.000 Quadratmeter große Brache, die als wilde Müllkippe zu verkommen drohte.

Konzept

Die von einigen Jugendlichen bereits genutzte verwilderte Brachflächen wurde zu einem naturnah gestalteten Spielplatz ausgebaut. Die alten Obstbäume und das dichte Strauchwerk blieben erhalten. Der Platz soll großen und kleinen Kindern die Möglichkeit bieten, sich zurückzuziehen, in Ruhe zu spielen und die Natur zu erleben. Außerdem werden Teile des Platzes als Treffpunkt für die Anwohner dienen.

Wasser

Das Niederschlagswasser wird in einer tiefer gelegenen, mit Lehm ausgekleideten Mulde sowie in einer nur zeitweise mehr oder weniger gefüllten Wasserstelle gesammelt. Nach einem Regen steht es einige Tage für Wasser- und Matschspiele zur Verfügung, bis das Wasser schließlich im Erdreich versickert. Später soll eine Handpumpe installiert werden. Mit dieser können die Kindern entweder Grundwasser fördern oder das in einer Zisterne gesammelte Regenwasser des Nachbarhauses herauspumpen.

 

Bürgerbeteiligung

Das Planungsbüro führte eine Projektwoche in der Pestalozzi-Grundschule durch. Unter Beteiligung interessierter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener aus Mombach entwickelte sich eine rege Diskussion über die Gestaltung des Spielplatzes. Bedürfnisse wurden definiert und Vorstellungen ausgesprochen. Das Ergebnis sind Gestaltungsideen wie beispielsweise eine "Mikadomulde" und ein "Hügelgrab". Sobald das Gelände von einer Firma grob strukturiert worden war, haben die zukünftigen Nutzer selbst ihre Gestaltungsideen umgesetzt. Die Rolle des Landschaftsarchitekten war in erster Linie die des Beraters und Koordinators.

Betreuung

Innerhalb von vier Jahren soll das Projekt schrittweise realisiert werden. Wenn die "aktive Phase" abgeschlossen ist, wird das Planungsbüro weitere drei Jahre Ansprechpartner bei Bau- und Pflegeaktionen sowie in Konfliktfällen sein. Durch die gemeinsame Planung und Ausführung identifizierten sich die Anwohner mit ihrem Platz. Die Jugendlichen selbst und engagierte Erwachsene teilen sich einige Pflegearbeiten. Die Folge ist ein behutsamer Umgang mit der Anlage und damit weniger Vandalismus und geringere Pflegekosten als bei konventionellen Spielplätzen.

Kostenaspekte

Da die Flächen und Spielgeräte mit vorhandenem Material einfach gestaltet wurden, konnte dieses Projekt relativ kostengünstig umgesetzt werden. Vor allem der große Anteil an Eigenarbeit sowie der weitgesteckte Realisierungszeitrahmen reduzierte die Kosten.

Der Umgestaltungsprozeß ist nämlich nicht nur vom Engagement der Betroffenen, sondern auch davon abhängig, ob kostengünstiges beziehungsweise kostenloses Baumaterial zur Verfügung steht.

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