Beteiligung

Bei der gemeinsamen Arbeit begegnen sich Menschen unterschiedlichen Alters und Milieus in ungezwungener Atmosphäre

Es ist empfehlenswert, Flächenausweisung, Planung und Umgestaltung des Spielraumes schrittweise, unter weitgehender Einbeziehung von engagierten Erwachsenen und Kindern, anzulegen. Durch diese Vorgehensweise ist gewährleistet, daß das fertige Produkt den Vorstellungen aller betroffenen Parteien entspricht. Die Folge ist eine starke Identifikation mit dem Spielraum und eine größere Bereitschaft, Verantwortung für die Pflege und den Erhalt des gemeinsam Geschaffenen zu übernehmen.

Die Beteiligung am Gestaltungsprozeß ermöglicht dem Kind, in überschaubaren Situationen und Zusammenhängen Erfahrungen zu sammeln, Kenntnisse zu erwerben und sich Fertigkeiten anzueignen. Selbstbestimmtes Handeln steigert das Selbstwertgefühl.

Der sich schrittweise entwickelnde Prozeß zur Gestaltung des Außengeländes beinhaltet für das Kind die Möglichkeit, sich konkret in die Gemeinschaft einzubringen. In der Arbeit mit Erwachsenen und anderen Kindern erfährt es nicht nur die Notwendigkeit und Bedeutung eines solchen Engagements, sondern es macht auch die positive Erfahrung, daß gemeinsames Tun Freude bereitet.

Die prozeßhafte Vorgehensweise bedeutet für alle Beteiligten - für die Zielgruppe und auch die Planerin bzw. den Planer - im Verhältnis zur konventionellen Vorgehensweise einen höheren Zeit- und Arbeitsaufwand. Sie gewährleistet jedoch, daß niemand von der Entwicklung im Außenraum "überrollt" wird.
Eine längere Realisierungszeit - das können mehrere Monate oder Jahre sein - ist auch insofern positiv zu sehen, weil die gemeinsame Bautätigkeit ein positives Verhältnis zwischen allen am Projekt beteiligten zur Folge hat.
Neben dem Engagement vieler Laien sollten möglichst auch Fachleute (ob ehrenamtlich oder erwerbsmäßig als Garten- und Landschaftsbaufirma) am Projekt beteiligt werden, da leicht eine Überforderung der engagierten Helfer eintreten kann. Erfahrene Planerinnen und Planer sind nicht nur in der Lage, gemeinsam mit der Zielgruppe eine sinnvolle Planungskonzeption zu entwickeln, sondern können auch beratend und als Bauleiterin bzw. Bauleiter den gesamten Prozeß mitbegleiten, die Grenzen des Machbaren aufzeigen und insofern ein Scheitern des Projektes verhindern.