Grundsätze

Planung und Bauleitung erfolgen gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten

Atmosphäre

Im Vordergrund einer jeden Planung steht nicht das Spielgerät, sondern der zu gestaltende Raum. Er muß eine angenehme Atmosphäre aufweisen, in der sich Kinder wohlfühlen. Er ist kindgemäß zu dimensionieren, so daß sich Kinder von unterschiedlicher Persönlichkeit, Alter und Geschlecht angesprochen fühlen. Der Spielplatz sollte zu den verschiedensten Aktivitäten animieren und dazu einladen, sich durch das Gelände "hindurchzuspielen".

Ein naturnahes Gelände bietet eine angenehme Atmosphäre

All diese Voraussetzungen erfüllt ein naturnaher, ausreichend großer Spielraum, der mit einer großen Pflanzenvielfalt und einem durch Hügel und Mulden abwechslungsreich modellierten Gelände ausgestattet ist.

Sinneserfahrung

Im Gegensatz zu Standardspielgeräten, die leicht zu Spielkonsum verleiten, sollte das Außengelände Voraussetzungen bieten, die kreatives Spiel herausfordern und unterstützen sowie reichhaltige Sinneserfahrungen ermöglichen.
Durch eine abwechslungsreiche natürliche Geländestruktur, die Verwendung verschiedenster Gestaltungsmaterialien, eine reichhaltige Vegetation und einige spezielle Sinneserfahrungsangebote (z.B. ein Fußerfahrungsweg) sollen die elementaren Gleichgewichts- und Bewegungssinne, aber auch die Sinne Hören, Sehen, Fühlen, Schmecken und Riechen, vielfältige Anregungen erhalten.
Sinneserfahrungen sind nicht immer angenehm. Auch dieses sollte das Kind im Außenraum erleben können, z.B. in der Begegung mit Pflanzen wie der brennenden Brennnessel oder der dornigen Brombeere.

Natur

Durch unmittelbare körperliche Naturerfahrung begreift sich das Kind als Teil der Umwelt. Diese Erfahrung bildet die grundlegende Voraussetzung für die Entwicklung eines Umweltbewußtseins. Der Spielplatz sollte dieses durch seine naturnahe Gestaltung unterstützen.
Natur ist auch insofern von großer Bedeutung für jede Spielraumgestaltung, da sie auf kleinstem Raum eine Fülle von Erfahrungen und Nutzungsmöglichkeiten aufweist. Ein Beispiel hierfür ist der heimische Haselstrauch: Er läßt sich gut beklettern, in seinem Inneren bietet er Versteckmöglichkeiten, seine Äste und Blätter können als Spiel- und Baumaterial genutzt werden, die Nüsse sind eßbar. Der Hasel riecht und fühlt sich immer wieder anders an - je nach Jahreszeit. Er bietet Tieren einen Rückzugsort und entwickelt sich über die Jahre immer weiter.